Page 11 - Tradition, Ambition, Innovation
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Jubiläumsbier
Ebenfalls auf leichte Trinkbarkeit getrimmt, präsentiert sich nun anlässlich des heurigen 250-jährigen Jubiläums das neue Zwickl der niederösterreichischen Traditions- brauerei. Dessen zart zitrusfruchtiger Charakter lässt den Alkoholgehalt von fünf Prozent nahezu vergessen. Im Gegensatz zum ebenfalls unfiltrierten Zwickl der Schwester-Brauerei Schwechater besitzt es keinen Wei- zenanteil, wodurch es vergleichsweise geschmacklich schlanker erscheint. Der Vergleich zum Schwechater Pendant ist deswegen erwähnenswert, weil Christian Huber als Brewery Operations Manager North auch die- ser Brau-Union-Österreich-Brauerei vorsteht. Weiters stellt seit 2018 die organisatorische Leitung der Marke Zipfer einen dritten Aufgabenbereich für ihn dar. Die drei Standorte bedingen einen ständigen Ortswechsel wobei laufend Behördentermine, Investitionspläne und Standortstrategien aufeinander abgestimmt werden müssen. Dabei stehen auch Besprechungen mit ande- ren Unternehmen zwecks energetischer Synergieeffek- te an. So hat Huber im Jahr 2014 in Kooperation mit dem Holzproduzenten Wibeba eine Fernwärmekoppe- lung für die Wieselburger Brauerei installieren lassen. Der mittlere Druckbereich im Bereich von 2 bis 4,8 bar Dampf, welcher über den energetischen Verbund mit dem unmittelbar benachbarten Sägewerk aus Holz ver- sorgt werden kann, deckt nun ca. 50 Prozent des Wär- mebedarfes beim Bierbrauen ab.
Exzellente Unterstützung
Für die Produktentwicklung und Leitung der Abläufe vor Ort sind natürlich zusätzliche Führungskräfte nötig, die auf langjährige Erfahrungen zurückblicken können. In Schwechat ist das der österreichische Braumeister-Präsi- dent Andreas Urban und in Wieselburg seit 2018 Günter Kecht. Der gebürtige Kitzbühler Kecht war vor seinem Einstieg bei der Brau Union Österreich ( 2015) bereits 18 Jahre als technischer Leiter und Braumeister bei einer mittelständischen österreichischen Brauerei tätig.
Technik trifft Natur
Christian Huber liebt selbst vor allem die Heraus- forderung, technische Produktionsbedingungen zu optimieren. Gleich, ob es um eine aromaschonende Entalkoholisierungsmethode, eine flinke Abfüllanlage oder die Logistik für das Schanksystem ‘Blade‘ geht, für jeden Bereich sucht sein Team innovative Lösun- gen. Dieses Engagement garantiert, dass die für öster- reichische Verhältnisse beachtliche Jahresproduktion von 1,1 Mio. Hektoliter effizient von statten geht. Um einen natürlichen Cofaktor zum Erfolg, das Brauwas- ser, muss sich Christian Huber hingegen keine Gedan- ken machen. Das lässt sich aus dem brauereieigenen Brunnen schöpfen und kommt aus dem Ötscher-Massiv. Da müssen die Bedingungen nur möglichst naturbe- lassen bleiben – aber in dieser Hinsicht ist man in Wieselburg ohnehin auf einem guten Weg...
Der Sudkessel ist eines der antiken Stücke, die fürs Erinnern an die Ursprünge erhalten wor- den sind. Weitere Exponate sind vor der Witterung geschützt im Brauereimuseum untergebracht, das in einem Pavillon unmittelbar vor dem Haupteingang liegt.
Foto: Tom Euscher
S tyles 39 MAGAZINE

